Radfahren in Celle

Stadt sorgt für Verwirrung

Die Fahrradstraße in der Wittinger Straße ist eine gute Idee, die aktuelle Umsetzung gefährdet Radfahrer, kommentiert CZ-Redakteur Gunther Meinrenken.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 04. Mai 2022 | 18:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 04. Mai 2022 | 18:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Celle.

Klarheit

Vorfahrt für Radfahrer: Die Einrichtung von Hauptrouten für den Radverkehr kann ein großer Wurf werden, um Celle fahrradfreundlicher zu machen. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail wie das Beispiel der Wittinger Straße zeigt. Seit etwa drei Wochen – nach dem Umbau des Zebrastreifens – herrscht bei den Radfahrern große Verwirrung darüber, wo sie hier langfahren sollen.

Stadt hat es sich zu einfach gemacht

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: auf der Straße. Allerdings hat es sich die Stadt hierbei sehr einfach gemacht. Durch Fußgängerschilder, die wohl nur die wenigsten Fahrradfahrer wahrnehmen, haben die Verkehrsplaner im Neuen Rathaus kurzerhand einen Radweg gestrichen und gedacht, damit sei es getan. Und das auf einer der meist befahrenen Fahrradstrecken der Stadt.

Neue Regelung muss sich einspielen

Sicherlich stimmt es, dass sich neue Regelungen erst einmal einspielen müssen. Aber dafür müssen diese neuen Regelungen auch klar kommuniziert werden. An der Wittinger Straße gibt es jedoch keinen Hinweis auf eine veränderte Verkehrsführung. Keinen Hinweis darauf, dass die Radfahrer nun auf die Straße sollen. Keinen Hinweis darauf, dass den Autofahrern jetzt Radfahrer entgegenkommen. Unter diesen Voraussetzungen kann man sehr gut verstehen, dass viele noch auf dem ehemaligen Radweg fahren. Als Eltern konnte man seinen Kindern nur empfehlen, nicht die Straße zu benutzen.

Warum hat die Stadt nicht gewartet?

Morgen soll alles besser werden, dann wird die Stadt mit den Markierungsarbeiten beginnen. Sicherlich wird das für mehr Klarheit sorgen. Allerdings werden sich viele Radfahrer fragen, warum die Stadt nicht mit der neuen Verkehrsführung so lange gewartet hat, bis diese auch klar gekennzeichnet ist.

Prekäre Kreuzungsbereiche

Und: Die neuralgischen Punkte der Hauptroute nach Altenhagen kommen erst noch: die Querung des Prinzengartens und der Dörnbergstraße. Hier sollen die Radfahrer vorfahrtberechtigt werden. Man kann nur hoffen, dass die Stadt hier umsichtiger und mit einem klaren Konzept agiert, das von Anfang an greift, ansonsten sind schwere Unfälle programmiert. Den Radfahrern kann man jetzt schon raten, hier nicht auf ihre Vorfahrt zu pochen, sondern vorsichtig in die Kreuzungsbereiche einzufahren – denn Autos sind härter als Radfahrer.

von Gunther Meinrenken

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